Zeitungsarchiv hält den Start fest

Das Schwimmbad an der Ardorfer Grundschule wurde 1967 in Betrieb genommen. Trotz zweier ganzer Tage verbracht mit intensiver Recherche im Archiv des Anzeigers für Harlingerland fand sich kein Bericht über die Eröffnung. Aber ein Jahr später, 1968, berichtete der „Harlinger“ vom 1-jährigen Bestehen des Bades.

Wir haben den Bericht 1:1 abgetippt, inklusive aller Schreibweisen, die heute als Rechtschreibfehler gelten würden. Unterhalb der Abschrift findet ihr ein Foto des alten Zeitungsartikels.

Der Förderverein dankt dem „Anzeiger“ für den Zugang zum Archiv und für einige Tassen Kaffee! Der Zeitungsartikel in der „Anzeiger“-Ausgabe vom 18. Juni 1968:

Im Dorf gibt es „Wasserratten“

Reges Leben im Lehrschwimmbecken der Volksschule

-kmb- Ardorf. Als etwas Selbstverständliches, das man gar nicht mehr missen kann, sehen die Ardorfer ihr Schwimmbecken an – das Lehrschwimmbecken der Volksschule –. Hier kann wirklich von einem Erfolg gesprochen werden, wenn man bedenkt, daß innerhalb seines einjährigen Bestehens allein in der vorigen Badesaison 71 Freischwimmerprüfungen und 48 Fahrtenproben abgelegt wurden. Man muß diese Zahlen in Bezug zu einer Gesamtschülerzahl von 240 sehen.

In den Sportstunden vormittags, in der Badezeit nachmittags und auch in den großen Ferien ergab sich immer wieder Gelegenheit zum Probieren und Kräftemessen in den kühlen Fluten. Die vier Ferienschwimmkurse mit je 20 Schwimmstunden schienen besonders erfolgreich zu sein. Man kann sich auch schon beinahe vorstellen, wie manches Kind, das in den Ferien daheim bleiben mußte, es geradezu als Ziel ansah, mit verstärktem Ehrgeiz und erhöhter Konzentration – ganz ohne sonstigen Unterricht – auf das Freischwimmen zuzusteuern. Aber auch die Erwachsenen haben bewiesen, daß sie Schwung und Mut genug besitzen, um ihren Kindern nicht nachzustehen: Von 50 Erwachsenen, die an Erwachsenen-Schwimmkursen – ebenfalls unter der Leitung von Rektor H.J. Miebs – teilnahmen, blieb nur sechsen das richtige Schwimmen ein Buch mit sieben Siegeln.

Abgesehen von dem Erfolg in Form eines Freischwimmscheins oder ähnlichem, was schwarz auf weiß eine Leistung im Schwimmen bestätigt, ist auch das bloße Mitmachen schon positiv. Viele Kinder, denen vorher die Berührung mit Wasser sowie das Herumlaufen in leichter Bekleidung ein Greuel waren, sind inzwischen von dieser unnatürlichen „Verklemmung“ geheilt und oft schon ein wenig abgehärtet.

Im vergangenen Sommer, dem „besten Sommer“ seit 1959, war die Scheu vor dem nassen Element weniger ein Problem als am Anfang dieser Saison. Da zeigte das Thermometer in der Eröffnungszeit 14 und 15 Grad. Und doch, vielleicht hätten’s die „Wasserratten“ gewagt, wenn nicht einige technische Schwierigkeiten sie aufgehalten hätten, nämlich das Scheuern, das Streichen und die Wasserzuleitung. Die Wasserzuleitung war zudem ein großes Problem. Das Wasser mußte in einem Riesenschlauch etwa 1½  Kilometer weit hergepumpt werden. Für die Feuerwehr eine Arbeit von 6 bis 7 Stunden, – die sich aber gelohnt hat, wenn man nachmittags um vier einen Blick in das mit vor Freude jubelnden Kindern überfüllte Badebecken tut.

Illustration: so sieht der Originalartikel aus.
Fotografie des Anzeiger-Artikels, 2018 gefunden im Archiv in Wittmund.